Patientenkolloquium 2018
Das Universitätsklinikum Bonn möchte Sie auch 2018 wieder für das Patientenkolloquium "Uni-Medizin für Sie: Mitten im Leben" herzlich einladen ... weiterlesen

Projekte

Familien-SCOUT: Sektoren- und phasenübergreifende Unterstützung von Familien mit einem krebserkrankten Elternteil

Förderung: Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Innovationsfonds

Die Interventionsstudie ist ein Kooperationsprojekt der Universitäten und Comprehensive Cancer Center aus Aachen, Bonn und Düsseldorf sowie der AOK Rheinland/Hamburg und der Techniker Krankenkasse Nordrhein-Westfalen. Weitere Kooperationspartner sind der Caritasverband Aachen Stadt und Aachen Land e.V., die Stadt Aachen, die Reha-Klinik Bad Oexen, das Tumorzentrum Bonn e.V., die Klinik für Kinder-und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Münster, sowie die Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V. Bei der familienzentrierten Intervention Familien-SCOUT handelt es sich um ein Versorgungsangebot zur Unterstützung von Familien mit minderjährigen Kindern, in denen ein Elternteil an Krebs erkrankt ist.

Ein Familien-SCOUT ist in dieser Situation ein fester Ansprechpartner, der Eltern und Ihre Kinder in verschiedenen Bereichen berät, begleitet und unterstützt (z.B. Beratung zu sozialrechtlichen Fragen, Unterstützung bei der Organisation des Alltags, Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung oder bei der Förderung einer offenen, vertrauensvollen Kommunikation in der Familie).

Im Rahmen dieser auf Drei Jahre angesetzten Studie ist die Aufgabe der Forschungsstelle für Gesundheitskommunikation und Versorgungsforschung (CHSR) zu evaluieren, ob diese Unterstützung die Belastung in den Familien wirksam reduzieren kann. Das Evaluationskonzept sieht ein quasi-experimentelles Kontrollgruppendesign mit einer Interventions- und einer Kontrollgruppe in drei Modellregionen sowie einem Prä- und zwei Postmesszeitpunkten vor. Geplant ist ein Mixed-Methods-Ansatz mit familienbezogener Triangulation von qualitativen und quantitativen Primärdaten sowie Routinedaten der beteiligten Krankenkassen.

Ziel ist die Implementierung einer neuen strukturierten familienzentrierten Intervention für Familien mit einem schwer erkrankten Elternteil und minderjährigen Kindern in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung, zur Verbesserung der Versorgung und zur Reduktion von Belastung, psychischer Erkrankung und medizinischer Inanspruchnahme bei allen Familienmitgliedern.

 

 

B-CARE: Wiederaufnahme der Arbeit nach Krebs – eine Untersuchung am Beispiel von Brustkrebspatientinnen
Breast Cancer Patients‘ Return to Work

Förderung: Deutsche Rentenversicherung (DRV Bund)

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, sozialstrukturelle und psychosoziale Determinanten des beruflichen Wiedereingliederungserfolgs nach einer Brustkrebserkrankung zu untersuchen. Die beiden Hauptfragestellungen des Vorhabens lauten: Gibt es soziale Ungleichheiten in der Inanspruchnahme von Rehabilitationsleistungen und in der Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit bei Brustkrebspatientinnen? Aus ersten Studienergebnissen für Deutschland können die Hypothesen abgeleitet werden, dass sich insbesondere individuelle (z.B. soziodemographische, psychosoziale, krankheitsbezogene) und institutionelle (z.B. Arbeitgeber, Rehabilitationszentrum, Brustzentrum) Ursachen für Unterschiede in der Rehabilitations-Inanspruchnahme und in der Rückkehr in die Erwerbstätigkeit finden lassen werden.

 

 

PINTU: Patientinnenteilnahme an multidisziplinären Tumorkonferenzen in der Brustkrebsversorgung – eine explorative Studie
Patient involvement in multidisciplinary tumor conferences – an exploratory study (PINTU)

Förderung: Deutsche Krebshilfe (DKH)

Die Versorgung in der Onkologie ist komplex und erfordert die Zusammenarbeit vieler Spezialisten in multidisziplinären Teams. Ein zentrales Instrument dieser Versorgung sind sogenannte multidisziplinäre Tumorkonferenzen (MTK). In MTK werden die Diagnose und weitere Behandlung von Krebspatientinnen im Behandlungsteam diskutiert und Therapieempfehlungen entwickelt. Die Studienlage zu Risiken und Nutzen der Patientinnenteilnahme liefert jedoch bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Ziel dieses Forschungsvorhabens ist daher die Untersuchung, wie MTK in der Brustkrebsversorgung mit und ohne Patientinnenteilnahme gestaltet sind und wie die Akteure die Patientinnenteilnahme bewerten. Die Forschungsfragen sind:
• Wie unterscheiden sich MTK mit und ohne Patientinnenteilnahme hinsichtlich Organisation, Interaktion und Patientinnenorientierung?
• Wie erleben Patientinnen die Teilnahme und welche unmittelbaren kognitiven und emotionalen Auswirkungen hat die Teilnahme für die Patientinnen?
• Wie bewerten die an der MTK teilnehmenden Versorger die Teilnahme von Patientinnen an MTK hinsichtlich Machbarkeit und Qualität der Entscheidungsfindung?

Aus den Ergebnissen können wichtige Hinweise auf Machbarkeit, Risiken und Nutzen der Patientinnenteilnahme an MTK für Patientinnen und Versorger abgeleitet werden. Die Ergebnisse sollen in Workshops mit Patientinnen und Versorgern diskutiert sowie international und national publiziert werden.

 

 

NWOB: Organisationales Verhalten in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung in Deutschland - Theoretische Ansätze, Methoden und Ergebnisse
Organizational behaviour in health care institutions in Germany - theoretical approaches, methods and empirical results

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Im Rahmen eines von der DFG geförderten Netzwerks werden Theorien und empirische Daten zur Arbeitsorganisation und zum Organisationsklima aus unterschiedlichen Sektoren und Institutionen des Gesundheitswesens zusammengetragen. Das Ziel des Beitrags der Forschungsstelle für Gesundheitskommunikation und Versorgungsforschung ist es, die Ursachen von Störungen und Unterbrechungen im Erstgespräch in Praxen niedergelassener Onkologen zu untersuchen. Es soll der Frage nachgegangen werden, welche Arten von Störungen vorkommen und welche Ursachen für die Störungen in den Strukturen und Arbeitsprozessen der Praxen liegen. Hierzu werden im Rahmen eines eigenen vorhergehenden DFG-Projektes (WIN ON – working conditions in oncology) bundesweit erhobene Interview-, Beobachtungs- und Befragungsdaten ausgewertet und interpretiert. Aus den Ergebnissen sollen Empfehlungen abgeleitet werden, die dazu beitragen können, die Gespräche in den Praxen störungsfreier und patientenzentrierter zu gestalten.

 

 

Medizinische und psychosoziale Bedürfnisse von männlichen Brustkrebspatienten in Bezug auf Prävention, Diagnose, Behandlung, Rehabilitation und Nachsorge
Male breast cancer: Patients’ needs in prevention, diagnosis, treatment, rehabilitation, and follow-up care (N-MALE)

Förderung: Deutsche Krebshilfe (DKH)

Das primäre Forschungsziel ist es, die Patientenbedürfnisse bei der Versorgung des männlichen Brustkrebses in Deutschland darzustellen. Als sekundäres Ziel soll das Projekt darüber hinaus die Sicht der an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen auf die aktuelle Behandlung von Männern mit Brustkrebs erfassen. Durch die Betrachtung beider Perspektiven können wir die deutsche Versorgungssituation möglichst umfassend analysieren und aus den Ergebnissen die Erfordernisse für eine patientenzentrierte Versorgung der Betroffenen ableiten. Vorgesehen sind Interviews mit Betroffenen und Fokusgruppendiskussionen mit den beteiligten Gesundheitsprofessionen über einen Zeitraum von zwei Jahren. Die Studienergebnisse werden den teilnehmenden Brustkrebszentren und der organisierten Selbsthilfe in Form von Fact Sheets zur Verfügung gestellt. Geplant sind außerdem ein Transfer-Workshop für Brustkrebszentren sowie ein Ergebnis-Workshop für Patienten.

 


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Entwicklung und Evaluation eines Kommunikationstrainings für onkologisch tätige Ärzte unter Einbindung der Patientenperspektive
Participative development of an oncological communication skills training (PADOCS)

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Eigenmittel

Das PADOCS-Projekt ist in der Entwicklung eines Kommunikationstrainings für onkologisch tätige Ärzte eingebettet, das durch einen regionalen Fortbildungsverbund (KommRhein) der Universitätskliniken Aachen, Bonn, Köln, Düsseldorf, Essen und Münster erarbeitet wird. Da in bisherigen Entwicklungen von Kommunikationstrainings die systematische Einbindung von Patienten fehlt, interessiert uns die Meinung von Patienten zu den entwickelten Modulen. In persönlichen Interviews sollen die Module nicht nur nach ihrem Inhalt, sondern auch nach deren praktischer Umsetzung bewertet werden. Die Ergebnisse sollen in die Optimierung des Kommunikationstrainings einfließen, um die Arzt-Patient-Kommunikation in der onkologischen Versorgung unter Einbindung der Patientenperspektive weiter zu entwickeln.